Die Geschichte des Zollergaues

Der Zollergau, bzw. „Eyach-Starzel-Steinlach-Gau“, wie er zunächst geheißen wurde, umfasste von den Oberämtern Tübingen und Rottenburg die Gebiete vom Neckar zur Alb, das Oberamt Hechingen mit Ausnahme von Stetten u. H. und Hörschwag, die Oberämter Haigerloch und Balingen mit Onstmettingen, aber ohne das Revier Ebingen, vom Oberamt Gammertingen die Orte Melchingen, Ringingen und Salmendingen.

Am 31. Januar 1892 fand in Hechingen im Gasthaus „Museum“ die erste Gauversammlung statt, und Amtsrichter Knorr aus Hechingen zum 1. Gauobmann gewählt. Nach dem Lichtensteingau war der Zollergau der 2. Gau im Schwäbischen Albverein. Bei der Hauptversammlung am 1. Mai 1892 in Plochingen wurde die Bildung der Gaue bestätigt, und dem Zollergau folgende Mittel für Baumaßnahmen 820 Mark (AVBL 1892, S. 24) bewilligt.

Salmendingen:   Schutzhütte auf Dreifürstenstein

150 Mark

Hechingen:   Schutzhütte auf Zellerhorn

465 Mark

Hechingen:   Zur Brücke am hängenden Stein

55 Mark

Balingen:   Statt zur Lochenhütte verlangt Balingen zu Wegbezeichnungen  und   Wegherrichtung

150 Mark

820 Mark

Bereits am 21. August 1892 wurde auf dem Dreifürstenstein eine Schutzhütte eingeweiht, eine Gemeinschaftsinitiative vornehmlich von Salmendingen, Hechingen und Mössingen. Am Platz des berühmten Steintisches, an dem einst die drei Fürsten von Württemberg, Zollern und Fürstenberg gesessen haben sollen, wurde im Rahmen der ersten Gauwanderung auch der erste Gauausschuss aus 10 ehrenwerten Männern gewählt. Am 15. September 1892 wurde bereits die 2. Schutzhütte auf dem Zellerhorn eingeweiht.

Bei der Gauversammlung am 11. März 1900 in Balingen wurde dem Antrag von Ebingen entsprochen, Ebingen und Umgebung in den Zollergau aufzunehmen.

Im Jahr 1913 erschien in den Albvereinsblättern eine Gau- Verbandskarte, aus der zu entnehmen ist, dass die Bereiche Tübingen, Rottenburg, Haigerloch und Rosenfeld dem Oberen Neckargau zugeschlagen wurde. Haigerloch kehrte 1974 zum Zollergau zurück.

Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges erfuhren die Aktivitäten im Schwäbischen Albverein einen schmerzlichen Rückschlag. 1923 wurde Voranschlag von 60 000 Mark festgesetzt und mit Bedauern festgestellt, dass sich mit all den Beträgen nicht viel anfangen ließe.

Bei der Hauptversammlung am 20. April 1927 in Ulm wurde beschlossen einen Turm und ein Wanderheim auf dem Raichberg zu verwirklichen. Bereits am 11./12. August 1928 konnte unter „vieltausendfacher Beteiligung aus nah und fern“, die mit der 40jährigen Jubiläumsfeier des Schwäbischen Albvereins verbundene Einweihung des Nägelehauses und des Turmes festlich begangen werden.

Im Jahr 1941 fand im Zollergau die letzte Gauwanderung zum Nägelehaus statt. Das Nägelehaus wurde beschlagnahmt, und zunächst mit polnischen Kriegsgefangenen belegt. Der Raichberg wurde Militärgelände zur Luftüberwachung. Nach dem Krieg war das Nägelehaus zeitweise ein Ferienheim für französische Kinder und wurde am 16. März 1949 wieder freigegeben. Im selben Jahr fand die erste Gauwanderung wieder auf dem Raichberg statt.

Im Jahr 1964 erwarb der Schwäbische Albverein die ehemalige Silberfuchsfarm auf dem Raichberg, die in den folgenden Jahren zum Jugendzentrum Fuchsfarm ausgebaut wurde.

Der Raichbergturm erhielt 1986 eine gründliche Renovation mit Unterstützung fast aller Ortsgruppen aus dem Zollergau, vornehmlich aber der Ortsgruppe Onstmettingen, der Stadt Albstadt und des Hauptvereins. Auch der Gaststättenbereich des Nägelehauses wurde einer gründlichen Renovierung unterzogen, und am 12. Dezember 1986 wieder eröffnet. Im Jahr 1991 wurde dann der Übernachtungsbereich dem heutigen Standart angepasst.

Im Jahr 1992 feierte der Zollergau sein 100 jähriges Bestehen. Mit Sternwanderungen zu den Schutzhütten auf dem Dreifürstenstein und Zellerhorn wurde gleichfalls deren 100 jähriges Jubiläum gefeiert.

1999 wurden die Hauptversammlungen des Hauptvereins in Balingen und 2003 in Albstadt – Ebingen ausgerichtet. 2003 wurde auf dem Raichberg das 75 jährige Bestehen von Nägelehaus und Raichbergturm gefeiert.

2013 Wiedereröffnung der renovierten Fuchsfarm

Die Gauobmänner seit 1892

Herr Knorr Oberamtsrichter Hechingen 31.01.1892 – 02.12.1894
Herr Wippermann Staatsanwalt Hechingen 02.12.1894 – 30.11.1896
Prof. Ehlen Oberlehrer Hechingen 13.12.1896 – 24.01.1906
Friedrich Seitz Realschuldirektor Hechingen 24.01.1906 – 08.02.1914
Dr. med. Cluß Arzt Hechingen 08.02.1914 – 12.03.1918
Prof. Karl Baur Oberpräzeptor Ebingen 12.03.1918 – 17.12.1933
Willy Baur Bankdirektor Hechingen 17.12.1933 – 28.03.1965
Gregor Götz Bürgermeister Margrethausen 28.03.1965 – 12.03.1989
Edmund Boss Verwaltungsangestellter Onstmettingen 12.03.1989 – 02.02.1998
Josef Ungar Margrethausen 07.03.1998 – heute